Tagebuchstudien

Hier werden Verhaltensweisen über längere Zeiträume hinweg genau beobachtet.

Die Tagebuchstudie ermöglicht, Aussagen über die Kontinuität und Regelmäßigkeit bestimmter Verhaltensweisen zu machen. In der Tagebuchstudie erhalten die Versuchspersonen ein Tagebuch, in das sie ihr untersuchungsrelevantes Verhalten (z.B. Fernsehgewohnheiten) zeitgenau in ein vorgegebenes Schema eintragen. Dieses ist meist in Stunden oder auch in Viertelstunden gegliedert. Oftmals wird der Konsum bei Tagebuchstudien direkt zur Zeit und am Ort des Geschehens notiert.

Wir kontrollieren und steuern Tagebuchstudien, denn es gibt mehrere kritische Faktoren, welche die Qualität einer Tagebuchstudie mindern können. Zum einen variiert die Sorgfalt, mit der die Probanden das Tagebuch ausfüllen mit den Personen und mit der Dauer der Untersuchung. Zum anderen kann die bloße Anwesenheit des Tagebuches das Verhalten beeinflussen bzw. die Eintragung nach sozialer Erwünschtheit erfolgen. Diese potentiellen Probleme bei Tagebuchstudien wie Repräsentativität, eventuelle Verhaltensänderungen oder Ungenauigkeit lassen sich durch organisatorische oder forschungstechnische Maßnahmen steuern und kontrollieren.

Sowohl in der Radioforschung als auch bei der Untersuchung des Mediennutzungsverhaltens im Bereich digitales TV werden Tagebuchstudien häufig angewandt. Es findet seinen Einsatz im Nachweis von Hörerzahlen und in der Ermittlung des Hörerverhaltens. Ergänzend zu elektronischen Untersuchungen, die nur erfassen können, ob ein Radio- oder Fernsehgerät ein- oder ausgeschaltet ist, ermöglichen Tagebuchstudien eine Erforschung der tatsächlichen Aufmerksamkeit.

Um Tagebuchuntersuchungen erfolgreich durchführen zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Der Befragte muss ausführlich eingewiesen und zwischenzeitlich wieder kontrolliert werden. Dem Probanden kann die Teilnahme an Tagebuchstudien dadurch erleichtert werden, dass man ihm kleinere Erinnerungshilfen zur Seite stellt, den Fragebogen benutzerfreundlich gestaltet und ihn durch materielle Gratifikationen zu gewissenhaftem Ausfüllen motiviert.

SKOPOS nutzt diese Methode vor allem im Kontext von Medientagebüchern. So werden Nutzergruppen beispielsweise zu ihren Sehgewohnheiten im Pay-TV befragt. Die Befragten bekommen mit der Tagebuchstudie ein Befragungsinstrument, in dem sie die von ihnen gesehenen Genres oder Sparten (z.B. Sport, Musik, Action etc.) im Viertelstundentakt notieren. So lassen sich detaillierte Informationen zu Nutzergruppen der einzelnen Sparten – inklusive Reichweiten der Sparten – erheben. Zusätzlich lassen sich sequentielle Effekte, d.h. der Wechsel von einer Sparte in die andere analysieren. Die gewonnenen und analysierten Daten der Tagebuchstudien bieten Ihrem Management entscheidendes Datenmaterial als Grundlage strategischer Entscheidungen.

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