Als Psychologe habe ich mich in den vergangenen zwei Jahren natürlich auch mit den Büchern von Ariely, Kahnemann und Thaler auseinandergesetzt, die erklären, warum Menschen häufig so irrational handeln und Entscheidungen treffen. Im Marktforschungsalltag wendet man dieses Wissen dann meist auf die Endkunden, die Nutzer an, und vergisst, dass man ja auch selber Endkunde und Nutzer ist und damit überhaupt nicht gefeit vor all diesen Fehlern des menschlichen Handelns.

Und damit wären wir beim Confirmation Bias.
Confirmation Bias bezeichnet die Neigung, Informationen so zu suchen und auszuwählen, dass sie zu den eigenen Erwartungen passen und diese erfüllen. Dabei werden Informationen, die nicht zu den eigenen Erwartungen passen ausgeblendet oder aber es werden Argumente gesucht (und gefunden!), die diese Informationen als nicht glaubwürdig, falsch oder anderweitig unpassend klassifizieren (disconfirming evidence).

Dieses Phänomen menschlicher Wahrnehmung möchte ich in einen Kontext setzen. Ein Produkt, eine Website, eine App soll entwickelt werden. Die Aufgabenstellung lautet dann „Wir entwickeln mal was, und dann testen wir es“. Was man dabei aber vergisst ist:

Wenn der Designer seine Idee entwickelt und vorangetrieben hat und dann Nutzer dazu befragt, dann ist er gar nicht in der Lage, dieses Feedback objektiv auszuwerten. Der Confirmation Bias verbietet es ihm.
Aus diesem Grund sollten Nutzer immer vor dem ersten Entwurf hinzugezogen werden.